Hochschule Koblenz fühlt sich abgehängt

Hochschule

Die Landesregierung in Mainz bleibt nicht nur im Hinblick auf die künftig eigenständige Uni Koblenz mit ihren finanziellen Zusagen einiges schuldig. Auch die Hochschule beklagt eine mangelhafte finanzielle und personelle Ausstattung. Dies machten Professoren und Studierendenvertreter dem Koblenzer Bundestagsabgeordneten und hochschulpolitischen Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion, Josef Oster, deutlich.

 

„Es ist erschreckend zu hören, dass auch die Hochschule unserer Region von der Landesregierung sträflich vernachlässigt wird“, so Oster. „Mit einer grottenschlechten Betreuungsrelation zwischen Lehrenden und Studierenden steht die Hochschule Koblenz landesweit an letzter Stelle. Die Hochschulen in Mainz und Kaiserslautern hingegen findet man im Ranking weit vorne“, so Oster. „Angesichts der derzeitigen Diskussion um die Zukunft des Universitätsstandortes Koblenz stellt sich die Frage, ob die Mainzer Landesregierung bewusst das nördliche Rheinland-Pfalz vernachlässigt“, äußerte sich Oster nach seinem Besuch in der Hochschule. Die vergleichbaren Situationen an Uni und Hochschule würden jedenfalls den Verdacht nähren.

Das, was Oster in der Hochschule zu hören bekam, war alles andere als erfreulich. Die Zahl der Studierenden ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, gleichzeitig verschlechterte sich aber die Betreuungsquote der landesweit größten Hochschule mit knapp 10.000 Studierenden dramatisch. Überfüllte Hörsäle und die chronisch schlechte Finanzausstattung machen das Studieren zunehmend schwieriger für alle Beteiligten. Eine Besserung scheint nicht in Sicht. Der Zukunftsvertrag „Studium und Lehre stärken" sei zwar grundsätzlich begrüßenswert, da der Aufwuchs der Studierendenzahlen seit dem Basisjahr 2005 bis heute nur mit befristeten Mitteln aus Mainz finanziert worden sei. „Diese werden nach Aussage der Hochschule jetzt durch unbefristete Mittel abgelöst“, so Oster. Es gibt aber ein Aber: Obwohl die Hochschule Koblenz in den vergangenen Jahren überproportional gewachsen ist, wird sie nur unterproportional mit finanziellen Mitteln bedacht.

Umso beachtlicher ist es, dass an der Hochschule gute Arbeit geleistet wird und qualifizierte Absolventen nach ihrem Studium den Arbeitsmarkt in der gesamten Region bereichern. „Dies“, so Josef Oster weiter, „darf nicht weiter gefährdet werden. Dafür ist der Wissenschaftsstandort Koblenz zu wichtig.“

 

Auf dem Foto, von links: Jannik Bildhauer, Prof. Wolfgang Kröber, Martin Kram, Nadim Rai, Sebastian Theisen, Josef Oster, Prof. Andreas Mengen, Maria Sperling, Prof. Holger Reinemann

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